Lotsenbrüderschaft
Wismar-Rostock-Stralsund
 
 
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Neues Amt für Ältermann der Lotsenbrüderschaft


Stralsund/Hamburg Die Mitglieder der Bundeslotsenkammer - in ihr sind 750 deutsche Seelotsen aus sieben Brüderschaften organisiert - haben am 5. Dezember in Hamburg Dr. Christian Subklew zu ihrem Zweiten Vorsitzenden gewählt. Kapitän Subklew ist Ältermann der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund (WiRoSt). Er vertritt in seinem Revier, das größte Deutschlands zwischen der Lübecker und Pommerschen Bucht, insgesamt 32 Lotsen, davon zehn in Stralsund.

Christian Subklew hat eine nautische Bilderbuchkarriere hinter sich: 1954 in Greifswald geboren und noch heute dort mit Frau und drei Kindern wohnend, studierte er Nautik in Warnemünde/Wustrow, promovierte dort und fuhr bei der Deutschen Seereederei (DSR). Ab 1989 war er Kapitän in der weltweiten Containerschifffahrt.

Für die Lotsenbrüderschaft Nord-Ostsee-Kanal I in Brunsbüttel fuhr er ab 1991 fünf Jahre als Kanallotse. 1996 wechselte er zur Brüderschaft WiRoSt. Darüber hinaus arbeitet Subklew in der BPAC (Baltic Pilotage Authority Commission), einer Vereinigung, die sich um Lotsenbelange der Ostsee-Anrainerstaaten kümmert, und vertritt europaweite berufsständische Interessen in der Organisation HELCOM. Daneben leistet er Dienst in der Deutschen Marine als Korvettenkapitän der Reserve und unterrichtet an der Marineschule Flensburg-Mürwik Handelsschiffsoffiziere im Konvoifahren.

In der Freizeit segelt der Holzboot-Liebhaber einen alten Kielschwerter auf Sund- und Boddengewässern.

PSW
12.12.2006 Ostsee Zeitung

Kur für den Schutzpatron

Der hölzerne Christophorus gehört zu den schönsten und ältesten Ausstattungen der Warnemünder Kirche. Jetzt wird die Statue restauriert.

Warnemünde Gelassen schaut er auf die Besucher der Warnemünder Kirche herab. Stolz, fast erhaben und doch auch sehr freundlich überragt der hölzerne Christophorus alle, die sich in der Kirche befinden. Genau wie der Altar aus einer Danziger Werkstatt und das Kruzifix vor dem Altaraufsatz, stammt das Christophorus-Kunstwerk wohl aus dem 15. Jahrhundert. Das heißt, es ist in die Jahre gekommen und bedarf dringend einer Kur.

„Um die Statue zu restaurieren, ihr auch den Originalanstrich zurückzugeben, benötigen wir rund 12 000 Euro“, schätzt Helmut Bach ein, der seit drei Jahren den Förderverein der Warnemünder Kirche leitet. Gestern kamen zu dem großen Ziel wieder 1050 Euro hin zu. Christian Subklew, Ältermann und Lotsenkommandeur der Lotsenbrüderschaft Wismar / Rostock / Sralsund übergab gestern das Geld.

Alle 31 Lotsen, die zu der Brüderschaft gehören, zahlen monatlich in einen Sozialfonds ein. Am Jahresende wird entschieden, wofür das Geld eingesetzt wird. „Mit drei gleichen Summen unterstützen wir eine Förderschule für lernbehinderte Kinder in Wismar, den Neubau des Umgangs am Wustrower Kirchturm und die Sanierung des Christophorus“, sagt Christian Subklew. Wobei die Lotsen traditionell ein gutes Verhältnis zu Christophorus, dem Schutzpatron der Seefahrer haben. Bereits zu jener Zeit, als der legendäre Warnemünder Stephan Jantzen Lotsenkommandeur war, haben die Warnemünder Lotsen Geld für die Aufarbeitung des hölzernen Christophorus gegeben.

Pastor Harry Moritz, der seit 2004 die Warnemünder Gemeinde als Seelsorger betreut, freut sich, dass sich der Förderverein und viele Förderer und Freunde für die Warnemünder Kirche engagieren. „Nachdem das Kirchendach bezahlt ist, können wir nun schrittweise das Innere der Kirche gestalten“, sagt Harry Moritz. Der Förderverein, er hat sich im Oktober 2001 gegründet, hat die neue Ausmalung der Kirche unterstützt, die fast abgeschlossen ist. Im kommenden Jahr soll der Christophorus etwa vier bis sechs Monate eingerüstet und saniert werden. 8650 Euro wurden schon gesammelt. Und irgendwann, so träumt Helmut Bach, soll es auf der Vierung des Kirchendaches wieder ein kleines Türmchen mit Glocke geben. Die Lotsenbrüderschaft stellt Lotsen für alle Reviere der Häfen Wismar, Rostock, Stralsund sowie für die Häfen im Greifswalder Bodden, am Peenestrom, Sassnitz und Mukran zur Verfügung. Und es werden nautische Beratung und Betreuung von Projekten, hauptsächlich der Werften, angeboten. In Wismar arbeiten neun, in Stralsund zehn und in Rostock elf Lotsen. „Sonst wird es bei uns im Winterhalbjahr immer etwas ruhiger, doch in diesem Jahr flaut der Schiffsverkehr nicht ab“, ist Christian Subklew ganz zufrieden, dass alle 31 Lotsen der Brüderschaft gut beschäftigt sind.

Damit sie bei ihren Fahrten zu und von den Schiffen immer wohlbehalten ans Ziel kommen, achtet auch Christophorus auf sie. Die Warnemünder Figur entstand, als die Lotsen als Berufsgruppe ihren Dienst schon aufgenommen hatten. Lotsendienste wurden mit dem Aufschwung des Schiffsverkehrs in der Hansezeit angeboten. Lotsen als Berufsgruppe gibt es in Stralsund seit 1280, in Rostock seit 1387 und in Wismar seit 1468. Zunächst arbeiteten ortskundige Fischer als Lotsen.

THOMAS STERNBERG
18.12.2006 Ostsee Zeitung

Seefahrer spenden für Wustrower Kirche


Wustrow Für die Wustrower Seefahrer ist er so etwas wie das Symbol der Heimat. Ein Zeichen dafür, dass sie nach manch langer Reise Familie und Freunde wieder in die Arme schließen können.

Kein Wunder also, dass gerade den Seeleuten der 18 Meter hohe Turm der Wustrower Kirche so am Herzen liegt. „1050 Euro haben wir gesammelt“, sagte Kapitän André Steinbach und übergab im Auftrag der Lotsenbrüderschaft die Spende an Pastorin Christiane Gramowski. Die Lotsenbrüderschaft betreut die gesamte Küste Nordvorpommerns. „Von Wismar bis zum Oderhaff“, so Steinbach.

In diesem Jahr wurden bereits 110 000 Euro in die Restaurierung der etwa 130 Jahre alten Fischlandkirche investiert. „Aber wir brauchen bestimmt noch einmal die gleiche Summe, um den Turm fertig zu stellen“, erklärt die Pastorin und blickt auf das Gerüst, das auf erste Bauarbeiten schließen lässt. Viele Spenden habe es von Privatpersonen gegeben, so Gramowski: „Die Kirche liegt den Wustrowern am Herzen.“

Als Dankeschön für das vorzeitige Weihnachtsgeschenk erhielt André Steinbach von der Pastorin eine kleine, originale Kirchenscheibe aus dem Jahr 1873. Damals wurde die Kirche mit dem kreuzförmigen Grundriss eingeweiht. „Diese Scheibe“, sagt der Wustrower Kapitän und dreht das bunte Glas in den Händen, „wird einen Ehrenplatz in unserem Hauptquartier im Blauen Turm in Warnemünde bekommen.“ Im nächsten Jahr wird der Bau am Turm dann beginnen.

C. R.
22.12.2006 Ostsee Zeitung

Bilder und Blumen für Claus-Jesup-Schule


Wismar Während für die rund 200 Mädchen und Jungen mit einer Lernbehinderung und ihre 27 Lehrerinnen an der Claus-Jesup-Schule die letzten Unterrichtsstunden vor dem Fest liefen, nahm Schulleiterin Vera Walleiks für sie ein großes Weihnachtsgeschenk entgegen. Eine Spende von 1050 Euro. Die übergab Wolfgang Heinickel im Auftrag der Lotsenbrüderschaft - einem Zusammenschluss von 30 Seelotsen aus den Bereichen Wismar, Rostock und Stralsund.

Die Freude bei der Schulleiterin über diesen unerwarteten Geldsegen war natürlich groß: „Für dieses Geld werden wir Bilder oder Pflanzen zur Innendekoration anschaffen und ein paar mehr Bilder für die Wände im Schulhaus machen sich bestimmt auch gut. Im Kollegium werden wir dann noch darüber beraten, was wir für ein attraktives Schulleben organisieren können.“ Wie Vera Walleiks erinnerte, war die Schule erst im August dieses Jahres komplett saniert wieder eingeweiht worden. Rund 3,6 Millionen Euro hatten die Arbeiten am Gebäude, an der Turnhalle und auf dem Außengelände gekostet. Nach und nach wollen Schüler und Lehrer für eine zweckmäßige und schöne Innenausgestaltung der Schule sorgen.

Die Mitglieder der Lotsenbrüderschaft haben laut Wolfgang Heinickel seit einigen Jahren einen Sozialfonds, in den jedes Mitglied monatlich einen bestimmten Betrag einzahlt. „In jedem Jahr entscheiden wir uns dann, welches Projekt wir in der Region Wismar, Rostock und Stralsund unterstützen. Und so sind wir auf die Claus-Jesup-Schule gekommen“, erzählte der Wismarer. Auch in Rostock und Stralsund wird je ein Projekt mit der gleichen Geldsumme unterstützt.

MARLIES LINDNER
16.04.2007 Ostsee Zeitung

Lotsenfahrt im „verminten“ Revier


In Fahrtrevieren wie dem Strelasund nehmen Schiffskapitäne gern die Dienste von Lotsen in Anspruch. Einer von ihnen ist Kapitän Thomas Langhinrichs.

Stralsund (OZ) Das Küstenrevier zwischen Lübecker und Pommerscher Bucht wird von der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund betreut. Ihr gehören derzeit 30 Lotsen an. Einer von ihnen ist Thomas Langhinrichs. Es ist vier Uhr früh im Stralsunder Hafen. An der Steinernen Fischbrücke wartet ein Taxi auf Thomas Langhinrichs. Er soll ein kleines Frachtschiff in den Stralsunder Südhafen lotsen. Das Taxi fährt über leere Straßen in Richtung Osten, zum Peene-Strom.

Später sitzt Langhinrichs mit vier schweigenden Männern im Lotsenversetzboot, dessen Bug sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser hebt. Auf der Peene leuchten Tonnen rot und grün. Um kurz nach sechs Uhr bricht das Funkgerät das Schweigen. Langhinrichs und der Kapitän des Frachters „Dogger“ vereinbaren den Treffpunkt.

„Alles vermint“, murmelt Langhinrichs und deutet auf schwarze und rote Flaggen, die auf Netze im Wasser hinweisen. Er informiert den Kapitän: „Please check your radar, your course is full of fishing nets.“ Das Übersteigen von einem Schiff auf das andere geschieht routiniert. Zwei Treppen hoch, im Gehen die Jacke ausgezogen, schüttelt der Lotse kurz darauf dem russischen Kapitän die Hand. Ein schneller Blick auf die Instrumente.

Wer trägt die Verantwortung auf der „Dogger“? „Kapitän bleibt Kapitän“, sagt Langhinrichs, „ich bin nur dafür da, das Schiff sicher durch die Fahrwasser und in den Hafen zu bringen.“ Zwischen Kapitän und Lotsen ergibt sich auch juristisch ein fragiles Gleichgewicht. In wenigen wortlosen Sekunden regelt sich auf der „Dogger“ scheinbar alles von allein: Der Kapitän überlässt Langhinrichs den Platz an Radar, Autopilot und Funkgerät, bleibt jedoch auf der Brücke. Im Hintergrund beobachtet er, wie der Lotse sein Schiff durch den Greifswalder Bodden manövriert. Dieser spricht ihn respektvoll mit „Captain“ an. Die „Dogger“ ist mit 65,8 Meter Länge und 1092 BRT ein kleines Frachtschiff mit der Billigflagge der Bahamas am Heck.

Gegen 8.30 Uhr steuert Langhinrichs das Schiff in den Strelasund. Mit 9,5 Knoten gleitet die „Dogger“ dem Stralsunder Südhafen entgegen. Sie hat norwegische Stahlplatten geladen. Auf der Brücke herrscht Konzentration. „Captain, slow ahead, please“, die „Dogger“ fährt mit langsamer Vorausfahrt, die Kommandos kommen knapp und bestimmt von Langhinrichs. Nur wenig später liegt der Frachter längs der Pier. An Land wartet das Taxi.

ANKE LÜBBERT
31.12.2007 Norddeutsche Neueste Nachrichten


"Superfast VIII" beendet Lotsenjahr

von Reiner Frank

ROSTOCK
- Das Leistungsbarometer der heimischen Lotsenbrüderschaft ist im zurückliegenden Jahr leicht gestiegen. Insgesamt wurden 2007 zwischen Wismar und Ueckermünde rund 7850 Schiffe bedient. Allein in Rostock erfolgte für 4018 Schiffe Lotsenhilfe.

Das entspricht dem Aufkommen des Vorjahres, wie Lotsen ältermann Christian Subklew (53) feststellt. Allerdings war 2006 auch ein Entwicklungssprung um 35 Prozent zu verzeichnen. Kreuzliner und Getreideschiffe machten sich in diesem Jahr rarer. Dafür schlugen diverse Stückgut-, Projekt ladungs- und Flüssiggut-Verschiffungen zu Buche, stiegen die Werften-Zulieferungen. Die größten Schiffe waren die Cruiser "Star Princess" (Bruttraumzahl: 108 000 BRZ, 289,50 Meter lang) und "Constellation" (90 280 BRZ, 294 Meter lang) sowie die 294,50 Meter langen Volkswerft-Neubauten. Zu den größten Brocken zählten auch die 250 Meter langen und über 62 000 BRZ großen Tanker "Stena Antarctica", "Kareela Spirit" und "Helga Spirit". Ab 100 Meter Länge, 15 Meter Breite und 7,50 Meter Tiefgang sind für den Rostocker Seehafen die Schiffe lotspflichtig. Für den Fischereihafen sind 80, 11 und 6 Meter die Begrenzungsdaten.

Auf eine imposante Steigerung von 2150 auf etwa 2400 Lotsungen kann Wismar verweisen. Der Stralsunder Bezirk, der bis Wolgast und Ueckermünde reicht, meldet dagegen Rückgänge von 1620 auf etwa 1422 Schiffe. Hieraus ist auch die gewachsene Stettiner Konkurrenz ablesbar, wohin verstärkt Getreide aus dem Brandenburgischen ging.

Die Zahl der Überseelotsungen ist von 12 auf 18 gestiegen. Die Schiffe wurden von Rostock bis Spodsbjerg, aber auch in Richtung Ost bis Allinge geleitet.

Als eines der letzten Schiffe des Jahres ist heute in Rostock gegen 20.30 Uhr "Superfast VIII" zu bedienen. Erste Mission für Lotsenältermann Christian Subklew wird Neujahr das Lotsen und Kompensieren der Scandlines-Fähre "Sassnitz" sein.

Rostocker Brüderschaft ist die jüngste in Deutschland Ab Januar zählt die Lotsenbrüderschaft 33 Mann. 12 von ihnen sind in Rostock tätig. Mit Mathias Kreysler und Detlef Benedix hatten am 18. Dezember zwei weitere Anwärter ihre Prüfungen bestanden. Fünf neue Lotsen hatten vor ihnen im Februar das Team verjüngt. Mit einem Altersdurchschnitt unter 50 Jahren ist die Brüderschaft die jüngste in Deutschland. Steffen Herz (40), bis gestern Wachlotse vom Dienst, ist einer der Jüngeren. In seiner Freizeit führt er übrigens den Lotsenschoner "Atalanta".

RF
09.01.2008 Norddeutsche Neueste Nachrichten

Von Rainer Frank

ROSTOCK - Während sich die heimische Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund (WiRoSt) gerade durch zwei Kollegen weiter personell gestärkt und verjüngt hat, beklagen ihre Kollegen an der Nordsee große Nachwuchssorgen. Im Nord-Ostsee-Kanal sei zum Beispiel "die ständige Verfügbarkeit nicht mehr gewährleistet und viel besser sieht es auf der Elbe auch nicht aus", erklärt Ältermann Christian Subklew, der als 2. Vorsitzender der Bundeslotsenkammer das gesamte deutsche Lotswesen im Blickfeld hat. So weiß er natürlich, dass allein am Nord- Ostseekanal über hundert Lotsen fehlen. Versäumnisse vergangener Jahre schlagen durch. Im Westen konnte man in den 90er- Jahren zunächst noch aus dem Überhang im Osten zehren. Mit der inzwischen allgemeinen Knappheit von Schiffsoffizieren verschärfte sich das Problem, zumal die Seeschifffahrt mit attraktiven Anegeboten lockt.

Neue gesetzliche Regelungen sollen nun Abhilfe schaffen. Man verspricht sich dadurch, den Zugangsweg zum Lotsenberuf zu erleichtern. Einer der Eckpunkte: Die bislang notwendige Fahrzeit als Voraussetzung wird ein wenig verkürzt. Die Chance, Nautiker zu gewinnen, könnte wachsen. Die Fort- und Weiterbildung gewinnt zugleich an Gewicht. Dank der Kooperation mit dem Warnemünder Fachbereich Seefahrt der Hochschule Wismar können die heimischen Lotsen am Simulator trainieren, gibt es Veranstaltungen zur Brückenorganisation, zum Unfall-Management und zum Shiphandling.

Zur Lotsenbrüderschaft WiRoSt zählen gegenwärtig 33 Mann. Ihr Altersdurchschnitt liegt unter 50 Jahren. Mit dem Stralsunder Erhard Ahrens geht im August ein Kollege in den Ruhestand. In dieser Besetzung seien die anfallenden Aufgaben im Lotsrevier zwischen Wismar und Wolgast für absehbare Zeit gut zu erfüllen, wenn sich nicht unerwartete Ausfälle ergeben oder der Verkehr enorm wächst, erklärt Christian Subklew.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 7850 Schiffe bedient. Die größten Steigerungen gab es mit 2150 Schiffe (plus 250) im Lotsbezirk Wismar.

RF
23.07.2008 Ostsee Zeitung

Dampfer „Stettin“ zum Abschied gelotst

Gristow Weißer Bart, Kapitänsmütze, tiefe, feste Stimme. Ein Blick in die blitzenden Augen verrät, dass ihm der Schalk im Nacken sitzt, und die Antworten im Gespräch bestätigen das. Genauso stellt man sich wohl einen Kapitän vor.

Für Erhard Ahrns, dem dienstältesten Lotsen der Lotsenbrüderschaft Wismar/Rostock/Stralsund war die Fahrt mit dem Museumsschiff, dem Dampfeisbrecher „Stettin“ von Sassnitz nach Stralsund die letzte, auf der er ein Schiff durch enges Fahrwasser manövrierte. Nun zieht sich der 65-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Ob er etwas Melancholie bei seiner letzten Fahrt verspürte? „Nee, ich war jetzt über 27 Jahre als Seelotse unterwegs. Das reicht nun auch.“ Fast sein ganzes Leben verbrachte der sympathische Gristower auf dem Wasser. In eine Fischereifamilie hineingeboren, fiel ihm nach eigenen Aussagen nichts Besseres ein, als zur See zu fahren. Von 1960 bis 1962 war er mit dem Lehrschiff „Theodor Körner“ unterwegs, dann durfte er sich Vollmatrose nennen und war zwei Jahre auf den Meeren der Welt unterwegs.

Von 1964 bis 1966 legte er sein Steuermannspatent ab, vier Jahre später erhielt er das Kapitänspatent. Bis 1980 fuhr Erhard Ahrns als 1. Offizier auf Schiffen mit, dann fing er als Lotse in Stralsund an.

Das Revier Wismar/Rostock/Stralsund umfasst alle Gewässer im Küstenbereich von Mecklenburg-Vorpommern, von der Grenze zu Schleswig-Holstein bis zur polnischen Grenze und ist als sehr anspruchsvoll bekannt. „Eine Herausforderung in unserem Bereich sind die vielen kleinen Häfen und engen Fahrrinnen“, erklärt Erhard Ahrns.

Seinem unsteten Beruf als Seelotse kann der Vater von zwei erwachsenen Söhnen viel Positives abgewinnen. „Es ist kein normaler Beruf, bei dem man morgens mit einer vollen Butterdose zur Arbeit geht und abends mit einer leeren wieder nach Hause“, stellt er trocken fest. „Es bleibt immer spannend, da viele unvorhersehbare Dinge passieren können.“ Bei seinen Kollegen der Lotsenbrüderschaft ist Erhard Ahrns geachtet und beliebt. „Er ist immer gerade heraus, eiert nicht rum, das schätze ich an ihm“, sagt Ältermann Christian Subklew. Zwar habe es oft Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber diese konnte man mit ihm immer konstruktiv ausdiskutieren. „Außerdem haben wir viele Tricks von ihm gelernt, besonders, wenn es um die kleinen Häfen ging“, ergänzt Kollege André Steinbach.

Freizeit gab es während des Berufs zwar nicht so viel für Erhard Ahrns, aber die Zeit, die verblieb, nutzte er umso intensiver, z. B. beim erholsamen Segeln mit seiner Rügenjolle.

Viel vorgenommen für seine Pension hat sich der waschechte Pommer noch nicht. „Ach, ich werde wohl nach Hause gehen und die Aufträge meiner Frau erwarten.“ Eine große Weltreise stehe nicht auf dem Plan, denn viel habe er ja schon gesehen. Auf dem Programm stehe viel mehr der große Garten. Aber auch auf dem Wasser werde er weiterhin unterwegs sein, mit seiner Jolle. „Vielleicht schaffe ich es aber endlich mal, den seit etlichen Jahren fast fertigen Hühnerstall zu Ende zu bauen. Obwohl wir, glaube ich, jetzt gar keine Hühner mehr haben wollen “

MIRIAM WEBER
26.08.2008 Ostsee Zeitung

Bundesweit fehlen 300 Lotsen

Die sieben deutschen Lotsenbrüderschaften an Nord- und Ostsee klagen über Personalmangel. Seit Anfang dieses Monats ist das veränderte Seelotsgesetz in Kraft. Es ermöglicht jetzt eine verkürzte Ausbildung zum Lotsen.

Rostock (ddp) Kapitän Christian Subklew ist froh, wenn er seinen Schreibtisch im „Blauen Turm“ in Warnemünde hin und wieder verlassen und seinen eigentlichen Beruf ausüben kann. Als amtierender Ältermann der Seelotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund ist er für die Interessenvertretung der Lotsen seines Reviers zuständig. Doch so oft er kann, steigt er selbst an Bord, um zum Beispiel einen 210 Meter langen Schiffsneubau der Volkswerft Stralsund aus dem Rostocker Hafen zu lotsen. „Man muss immer im Training bleiben“, sagt er.
  Berufspraxis gehört jedoch zu den geringsten Sorgen, die den Ältermann und seine Amtskollegen der insgesamt sieben deutschen Seelotsenbrüderschaften derzeit umtreiben: Im Gegenteil, sie suchen händeringend Nachwuchs, denn sie sind völlig überlastet.

„In Deutschland fehlen 300 Lotsen“, klagt Subklew. Besonders schlimm sei es am Nord-Ostsee- Kanal, dort könnten auf einen Schlag 100 Lotsen eingestellt werden. „Wir arbeiten am Anschlag“, klingt es aus Kiel von Hans-Hermann Lückert, Ältermann der Brüderschaft Nord-Ostsee-Kanal II. Dies bestätigt auch sein Kollege Michael Hartmann in Brunsbüttel von der Brüderschaft Nord-Ostsee-Kanal I. 40 000 Schiffe müssen im Jahr durch das am stärksten befahrene Revier der Welt manövriert werden.
  „Laut Gesetz müssen wir 24 Stunden am Tag in Bereitschaft stehen“, erläutert Subklew. Dort, wo sich der Schiffsverkehr ballt, wie in den Hafenzufahrten oder auf dem meistbefahrenen Seeweg der Ostsee, der Kadetrinne, unweit von Rostock, sind Lotsen gefragt, beschreibt Subklew das Tätigkeitsfeld im Revier. Der Beruf sei spannend und anspruchsvoll. „Man muss immer präsent sein und sich sofort auf einem neuen Schiff zurechtfinden“, sagt der Vize-Vorsitzende der Bundeslotsenkammer.

Den gravierenden Nachwuchsmangel soll nun ein verkürzter Ausbildungsweg lindern. Bislang hätten Bewerber eine Erfahrungsfahrzeit von vier Jahren auf See nachweisen müssen, erläutert Subklew. De facto laufe dies auf sieben Jahre hinaus, denn nur die Zeit an Bord ohne Unterbrechung zähle. „Die durchschnittliche Verbleibzeit in der Seefahrt beträgt jedoch nur vier Jahre.“ Gemäß dem am 1. August 2008 in Kraft getretenen geänderten Seelotsgesetz fordert der alternative Ausbildungsweg nur noch zwei Jahre Fahrenszeit. Die restliche Erfahrungszeit an Bord soll eine sechsmonatige Grundausbildung im Lotsenrevier ersetzen. Darauf folgt eine achtmonatige lotsenspezifische Ausbildung.
  Auch wenn die Lotsen nicht mit einer Entschärfung der Lage rechnen - für Ältermann Michael Hartmann aus Brunsbüttel ist der alternative Ausbildungsweg immerhin „ein erstes Licht am Ende des Tunnels“. Fünf Bewerber haben in seinem Revier seitdem die Lotsenausbildung aufgenommen. Neue Bewerber können sich wieder bis Anfang Februar 2009 melden.

Seit mehr als 600 Jahren helfen erfahrene Seeleute wie ortskundige Fischer fremden Schiffen durch gefährliche Gewässer. Die älteste deutsche Lotsordnung trat 1656 mit der „Hamburger Pilotage Ordnung“ in Kraft. Die erste staatliche Lotsenstation wurde 1784 bei Bülk nahe Kiel eröffnet.

Heute sorgen speziell geschulte Nautiker mit Hafen- und Überseelotsungen auf Schiffen mit über 90 Meter Länge und 13 Meter Breite sowie einem Tiefgang ab sechs Metern für eine sichere Fahrt. Die rund 735 deutschen Seelotsen gehen überall dort an Bord, wo der Schiffsverkehr stark ist und die Gefahr von Unfällen vergrößert.
dpa vom 13.10.2010


Allgemeine Lotsenpflicht für Kadetrinne gefordert

Schwerin (dpa/mv) - Nach den jüngsten Schiffshavarien auf der Ostsee hat der Schweriner Landtag am Mittwoch die Einführung einer generellen Lotsenpflicht für die Kadetrinne gefordert. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte damit einem Antrag von SPD und CDU sowie einem Änderungsantrag der FDP zu. Die Oppositionsfraktion forderte, bei der internationalen Schifffahrtsorganisation IMO darauf zu dringen, dass die Kadetrinne einer allgemeinen Lotsenannahmepflicht unterworfen wird. Die Schiffspassage nördlich von Rostock gilt als eine der am meisten befahrenen Routen weltweit. Bis zu 200 Schiffe pro Tag werden dort registriert, rund 60 000 im Jahr.
NNN vom 14.04.2011


Seekanal zwei Meter tiefer
Voruntersuchungen laufen / Ergebnisse liegen im Herbst vor / WSA will Fährtasche Hohe-Düme abgeben


WARNEMÜNDE Der Seekanal soll von jetzt 14,50 Meter auf künftig 16,50 Meter vertieft werden. Ob und wie das machbar ist, dafür laufen zurzeit Voruntersuchungen, deren Ergebnisse im Herbst vorliegen werden. "Wir haben angesichts der rasanten Entwicklung der Schifffahrt datür den Auftrag von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord erhalten. Bislang ist der Rostocker Hafen für richtig grosse Schiffe wie Tanker erst nach einer Leichterung erreichbar. Das ist für die Reeder unwirtschaftlich", sagt Hagen Bauerhorst vom auch für den Bereich Warnemünde und Rostock zuständigen - Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA). In die Untersuchungen wird auch auch eine entsprechende Kosten-Nutzen-Analyse einfliessen.

"Der letzte Ausbau des Seekanals jedenfalls hat sich für Rostock bewährt. Wir haben eine positive Resonanz des Hafens vorliegen, von dem auch der Anstoss zu diesen Untersuchungen gekommen ist", sagt der für Gewässerkunde im WSA zustäandige Mitarbeiter. Erst Ende der 1990er-Jahre wurde der Seekanal von 13 auf 14,50 Meter vertieft. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte er nur ähnlich wie eine Einbahnstrasse befahren werden. Seit den umfangreichen Baumassnahmen sind nicht nur grössere Schiffe unterwegs. Vielmehr ist seither auch ein Begegnungsverkehr für die Fähren moglich. Abhängig von den Untersuchungen und ansch1iessenden Planungen konnte der Start für den Ausbau das Kanals möglicherweise im Jahr 2015 erfolgen.

Neuerungen stehen auch bei den Tonnen im Seekanal an. Die Leuchttonnen in der Einfahrt sind seit 2011 komplett mit solarversorgten LED-Laternen ausgerüstet. Damit wurden auch die letzten mit Propangas betriebenen Tonnen im Bereich des WSA ersetzt. Das WSA möchte die Fährtasche West auf der Hohen Düne in die Hände der Stadt Rostock legen. "Bislang haben wir sie Instand gehalten. Doch tatsächlich nutzen wir sie nicht. Vielmehr dient sie ausschliesslich dem kommunalen Nahverkehr", sagt Bauerhorst. Deshalb würden zu dieser Thematik mit der Hansestadt in absehbarer Zeit Gespräche geführt werden. Wie Heiko Tiburtius, Leiter des Rostocker Tief- und Hafenbauamtes, auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Heide sagte, liegt ein dies bezügliches offizielles Schreiben des WSA im Rathaus noch nicht vor. Tatsächlich sei es aber nicht die Aufgabe des Bundes, die Fährtasche vorzuhalten. Bereits vor Jahren habe die Kommune den Fähranleger auf der Ostseite in Warnemümde übernommen. "Wir werden einen entsprechenden Antrag des Amtes prüfen und nach einer Lösung suchen", sagte Tiburtius.

Doch nicht nur der Anleger der Stromfähre Hohe Düne, sondern auch das Wehr und die Schleuse am Rostocker Mühlendamm sollen nach dem Willen des WSA ins Eigentum der Hansestadt oder auch des Landes übergehen. Ab Herbst wird die Schleuse im Zuge der Baumassnahmen an der Mühlendammbrücke gesperrt. Eine anschliessende Sanierung und Automatisierung ist vorgesehen.

Sabine Schubert
OZ vom 23.12.2011

Lotsenbrüder sichern Musikprojekt für benachteiligte Kinder

Toitenwinkel (OZ) - Gute Nachrichten für rund 120 Rostocker Kinder aus sozial-schwachen Familien: Sie dürfen auch weiterhin singen, musizieren und tanzen. Das gemeinnützige Musikprojekt Musikali in der Hansestadt kann weitergehen. Dafür sorgte jüngst die Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock- Stralsund. Der Zusammenschluss der Seeleute überreichte in der Kita „Märchenland“ eine Spende über 1000 Euro an die Macher des Musikali-Projektes. Von der Spende sollen jetzt neue Musikinstrumente angeschafft werden - unter anderem Xylophone, Schellenkränze, Trommeln und vieles mehr. Initiiert wurde Musikali vom Rotary- Club Rostock-Horizonte.
OSTSEE-Anzeiger vom 04.01.2012

Lotsenbrüderschaft fördert MUSIKALI

Erhalt der musikalischen Früherziehung durch Spenden weiter gesichert

Gute Nachrichten für das Rostocker MUSIKALI-Projekt. Dank zahlreicher Spenden konnte der Erhalt des Projekts zur musikalischen Früherziehung an Rostocker Kindertagesstätten gesichert werden. MUSIKALI richtet sich an benachteiligte Kinder vor allem in sozialen Brennpunktvierteln und sichert die regelmäßige Beschäftigung der Kleinen mit Musik, Gesang und Bewegung. Jetzt spendete die Lotsenbrüderschaft 1000 Euro für das Projekt. Durchgeführt wird das Projekt derzeit in zwei Kindertagesstätten in Toitenwinkel und Evershagen. Rund 120 Kinder nehmen daran teil. „Wir freuen uns, dass der Erhalt des Projekts weiter gesichert ist", sagt Peter Möller, Klavierbaumeister aus Rostock und einer der Initiatoren von MUSIKALI. Von den Spenden konnten Musikinstrumente an geschafft werden - Xylophone, Schellenkränze, Trommeln und anderes. Die Wirkung des Projekts sei überaus positiv, sagt Grit Zarmsdorf, Leiterin, der Kindertagesstätte „Märchenland" der Rostocker Stadtmission in Toitenwinkel. Kindern gelingt es, bei der Beschäftigung mit Musik oder auch bei Auftritten Hemmungen und Probleme abzulegen - und selbstbewusster zu werden. Initiiert wurde das Projekt vom Rotary Club Rostock-Horizonte. Die anderen Rostocker Rotary Clubs unterstützen MUSIKALI, genau wie zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen, die mit Spenden dafür sorgen, dass MUSIKALI weiter laufen kann. Begleitet wird das Projekt von der Hochschule für Musik und Theater Rostock, die Früherziehung an den Kindergärten wird durch Lehramtsstudenten geleistet.                                                                                                                         Matthias Schümann














Treffen in der Kita „Märchenland": Pädagogen Maria Hofmann und Mario Hasch von der HMT, Axel Herpel und Dr. Christian Subklew von der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund, Peter Möller und Tino Lindstedt von Rotary Club rostock-Horizonte, Grit Zarmsdorf, Leiterin der einrichtung (obere Reihe von links). Unten: Kinder der Kita Märchenland. Foto: Rotary
OZ vom 04.01.2012

Lotsen rüsten mit tragbaren PCs auf

Bilanz 2011: Weniger Einsätze / Größter Kreuzliner ist die „Celebrity Eclipse" mit 317 Metern Länge / Brüderschaft ist fit für wachsende Aufgaben

ROSTOCK Die insgesamt 780 deutschen See- und Hafenlotsen werden schrittweise mit neuer Technik ausgerüstet. Es handelt sich um so genannte Portable Pilot Units (PPU's). Das sind kleine tragbare Computer, die den Lotsen als Berater der Kapitäne alle notwendigen Daten von der Position des zu bedienenden Schiffes über Peilpläne bis hin zur integrierten elektronischen Seekarte liefern und sie unabhängig und autonom von den jeweiligen Ausrüstungen auf den Schiffbrücken machen.























                                                                                                                      
                                                          Fotos: Reiner Frank

Für die heimische Brüderschaft hat diese Aufgabe der Wismarer Lotse Rene Stier (39) übernommen. Die entsprechende japanische Technik wurde gekauft. Ein Großteil der entwickelten Programme sei bereits funktionsfähig. Wenn die Datenbank-Software für das Lotsen-Informationssystems komplett sei, können die ersten zehn Kollegen die neue Technik testen. Stier rechnet damit, dass das Anfang März so weit sein wird. Im heimischen Revier, das die Lotsenbezirke Wismar, Rostock und Stralsund umfasst, stehen gegenwärtig 31 Lotsen im Dienst der Schifffahrt. Ihre Leistungsbilanz weist für das vergangene Jahr insgesamt rund 6830 Lotsungen aus. Das sei gegenüber 2010 ein Manko von rund acht Prozent, erklärt Lotsenältermann Christian Subklew (57).
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Die größten Einbußen gibt es mit 1500 Lotsungen (minus 17 Prozent) im Stralsunder Bezirk, wozu neben dem Seehafen Stralsund auch Wolgast, Greifswald, Lubmin und Vierow gehören. Für Mukran erfolgten 74 Lotsungen. Nicht viel mehr als 1600-mal (somit zehn Prozent weniger als 2010) waren die Dienstleistungen in Wismar gefragt und mit 3660 Lotsungen sank gegenüber 2010 auch das Leistungsbarometer in Rostock um sechs bis sieben Prozent. Defizite insbesondere im Getreide- und im Rohölumschlag schlagen hier zu Buche. In Wismar ging unter anderem weniger Schrott über die Kaikanten. Im Bezirk Stralsund schwächelte Vierow, verlor Greifswald-Ladebow an Bedeutung und gab es mit der Fertigstellung der Gas-Pipeline auch in Lubmin weniger zu tun. Auch die Anzahl der Überseelotsungen ging von 24 auf 18 zurück.

Die größten Schiffe im Revier waren 2011 die Kreuzliner „Celebrity Eclipse" (Bruttoraumzahl: 121 878 BRZ, 317 Meter lang und 37 Meter breit) sowie „Emerald Princess" (113 561 BRZ, 289 Meter lang und 36 Meter breit). Als größte Bulker verzeichneten die Wachlotsen in ihrem Logbuch die Massengutfrachter „Erisos" (54 451 BRZ, 247 Meter lang und 42 Meter breit) sowie „Moon Breeze" (51 130 BRZ, 230 Meter

Länge und 37 Meter Breite). Als größte Tanker wurden „Stena Arctica" (65 293 BRZ, 250 Meter lang und 44 Meterbreit) sowie „Mastera" (64 259 BRZ, 252 Meter lang und 44 Meter breit) ausgewiesen. Die Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund macht sich trotz der leichten Rückgänge fit für wachsende Aufgaben, verstärkt 2012 mit den Aspiranten Arndt Czepluch und Jens Hahn ihr Personal, schließt so schon prophylaktisch eine 2013 mit dem Ausscheiden des Senior-Pilots Rolf Rink zu erwartende personelle Lücke.

2012 wird zudem mit 181 Anläufen von 40 Schiffen ein neuer KreuzlinerRekord erwartet. Und für das Neubauprogramm der P.S-Werften, so schon ab Februar und März für die neuen Scandlines-Fähren, sind bei 13 Probefahrten auch die Lotsen gefragt. Erfreulich sei auch, dass die Zement-Verschiffungen von Rüdersdorf nach Skandinavien (das waren 2011 in Rostock 169) auch während der verstärkten Bauarbeiten auf der Eisenbahnstrecke Rostock-Berlin in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern blieben. Bei der Ausschreibung setzte sich der Hafen Wismar unter anderem gegen Lübeck und Stettin durch und konnte den Auftrag zunächst bis Mitte 2013 für sich sichern. Erwähnenswert, dass auch Vierow mit einem Gleisanschluss seine Infrastruktur stärken kann. ‚Wir hoffen natürlich auch auf eine verbesserte wirtschaftliche Lage", betont der Älter-mann und lässt durchblicken, dass die Personalverstärkung in der Brüderschaft angesichts der Einbußen 2011 aber nicht unumstritten war.

Bei Simulationen für Seekanalausbau dabei sich auf wachsende Aufgaben einzustellen, darauf zielte auch die Teilnahme
von Voruntersuchungen für den Ausbau des Seekanals im Warnemünder Simulationszentrum. Anfang dieses Jahres ist dafür die Mitarbeit bei einem Treff mit Bundestagsabgeordneten gefragt, wo der Kurs abgesteckt wird, wie das Vorhaben in den nächsten Jahren in den Bundesverkehrswegeplan integriert werden kann. Als großen Erfolg wertet Christian Subklew, der als Vizepräsident der Bundeslotsenkammer auch weit über das heimische Revier hinaus aktiv ist, dass im April der erste Spatenstich für die Sanierung einer über 100 Jahre alten Schleusenkammer in Brunsbüttel erfolgt. Er hatte sich für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals in verschiedenen Gremien engagiert und freute sich über die Weichenstellung durch den Haushaltsausschussdes Bundestages, die für die Nord- und Ostseehäfen überlebenswichtig sei.

Mit vier Spenden in Höhe von jeweils 1000 Euro unterstützten die Lotsen vier soziale Projekte. In Rostock ist das die musikalische Früherziehung in Kindergärten und Unterstützung eines Warnemünder Schulvereins, in Wismar die Bereitstellung von Sportgeräten für Grundschulen und in Stralsund die Hilfe für die Deutsche Lebens-RettungsGesellschaft.

REINER FRANK
THB vom 04.01.2013

Lotsen im Revier Wismar-Rostock-Stralsund
"2012 war ein erfolgreiches Jahr für uns"

Die Lotsen für das Lotsrevier Wismar-Rostock-Stralsund sind zufrieden. „2012 war ein erfolgreiches Jahr für uns“, bestätigte Lotsenältermann Dr. Christian Subklew im Gespräch mit dem THB. Rund 7500 Lotsungen wurden durch die Kapitäns-Berater insgesamt im Revier durchgeführt. Das sind „gut neun Prozent mehr als im Vorjahr“. Die größten Zuwächse (plus 15,75 Prozent) gab es im Hafen Wismar, wo neben den Zufuhren und Exporten für den dortigen Holz-Cluster zuletzt der Umschlag von Salzen für Russland und Finnland zu Buche schlägt.

THB vom 24.11.2015


Kentersicheres Lotsenboot getauft
Stettiner Werft NSS liefert Neubau ab- ,,Jasmund" kann auch in der Kadetrinne eingesetzt werden

,,Jasmund" heißt das größte und modernste Lotsenversetzboot Mecklenburg-Vorpommerns, das jetzt in Freest getauft wurde. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer umfangreichen Erprobungsphase taufte Katharina Strürnpell, Prokuristin der Linnhoff-Schifffahrtsgruppe aus Buxtehude, den knapp 20 Meter langen Neubau am Liegeplatz an der Peenemündung. Zur Linnhoff-Gruppe gehört auch die Lotsbetrieb GmbH Mecklenburg-Vorpommern, die das Lotsenversetzboot betreiben wird.
Insgesamt managt Linnhoff acht Lotsenboote in Wilhelmshaven, Bremerhaven und Mecklenburg- Vorpommern. Der Vater der Taufpatin und Linnhoff-Geschäftsführer Klaus Thesenfitz betonte an lässlich der Tauffeier, dass auf der Stettiner Spezialwerft NSS gute Arbeit geleistet worden sei. Daher gebe es möglicherweise auch Optionen für zwei weitere Neubauten des gleichen Typs, ,,um die Flotte schrittweise zu erneuern". Dr. Christian Subklew, Ältermann der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund (WiRoSt) und Partner der Lotsbetrieb GmbH, zeigte sich begeistert vom hochmodernen Fahrstand, der „einem Flugzeug Cockpit gleicht und es vom technischen Stand her mit großen Containerschiffen aufnehmen kann". Er wies darauf hin, dass man solche Fahrzeuge wie die neue „Jasmund" auch in der Kadetrinne bei Wind und Wetter einsetzen könne, ,,wenn es denn dort irgendwann mal zu einer Lotspflicht käme". In seiner kurzen Rede unterstrich Subkiew zudem, dass das Schiff auch fähig sei, durchzukentem, sich also vollständig um die eigene Achse zu drehen. ,,Nach einem sehr schweren Seeunfall in der Elbmündung, zwei meiner Kollegen unter dem umgeschlagenen Boot ertrunken sind, war das eine der Anforderungen an diesen Neubau."       PSW/bo
Mit zwei Volvo-Penta-Maschinen (Gesamtleistung 736 kW) läuft die „Jasmund" 25 Knoten
Drei Neue im heimischen Revier
NNN vom 23.03.2016
ROSTOCK Im Rostocker Hafenrevier herrscht reges Treiben. Der Frachter „Baltic Bright“ passiert mit einer Ladung Papierrollen aus Rauma die Molen, um sie im Seehafen zu löschen. Wenig später folgt der Carrier „Gotland“, um hier Zement aus Rüdersdorf für Schweden zu laden. Der Frachter „Evita“ bringt eine Ladung Holz aus dem Baltikum in den Fischereihafen, um retour Brammen im Seehafen zu laden. Die Dienstleistungen der Lotsen sind gefragt. „In Rostock läuft es ganz gut“ bestätigt Lotsenältermann Christian Subklew diesen optischen Eindruck. Das Umschlaggeschehen an der Warnow pulsiert, auch die Lotsen können hier an die gute Bilanz des Vorjahres nahtlos anknüpfen, 400 Schiffe waren allein im Februar zu bedienen. Und Einbußen in Wismar dürften nur vorrübergehend der Pleite von German Pellets geschuldet sein. Da der Ausbau der Hafenzufahrten in Rostock auf 16 und in Wismar auf 11,50 Meter Wassertiefe im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde, sind die Weichen auch für eine weitere gute Entwicklung gestellt. Die heimische Brüderschaft hat sich inzwischen verstärkt und weiter verjüngt. Insgesamt 35 erfahrene Nautiker stehen mit ihrer Revierkenntnis nun den Kapitänen auf den Brücken der ein und auslaufenden Schiffe in den Lotsbezirken Wismar, Rostock und Stralsund als Berater zur Seite. Neu im Team sind die Junglotsen Andreas Holtz (36), Torsten Kowitz (38) und Arne Bergholz (37). Acht Monate haben sie sich seit Juli vergangenen Jahres als Aspiranten für ihre neue Aufgabe vorbereitet, mussten ihre Fähigkeiten bei einer speziellen Prüfung Mitte Februar nachweisen und sind seit dem 1.März nun Mitstreiter der heimischen Brüderschaft, wo sie sich stufenweise für wachsende Aufgaben bis zum Volllotsen weiter qualifizieren. In verschiedenen Reedereien hatten sie zuvor ihre seemännischen Erfahrungen sammeln können - Grundvoraussetzung für diesen Job.  Arne Bergholz, der in Warnemünde sein Diplom erwarb, war zehn Jahre bei Hamburg-Süd auf große Fahrt, diente sich unter anderem auf Schiffen der Bahia Klasse vom 3. Offizier zum Kapitän hoch. Torsten Kowitz, der ebenfalls in Warnemünde studierte, kommt von der Forschungsschifffahrt. Zuletzt war er mit dem NATO-Forschungsschiff „Alliance“ im Einsatz, seemännische Erfahrungen konnte er zuvor auch auf „Meteor, „Sonne“ und „Heincke“ der Reedereien RF und Laeisz sammeln. Andreas Holtz, der an den Seefahrtsschule Leer und Warnemünde studierte, kommt von Wulf Seetransporte aus Cuxhaven.

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Sechs Jahre führte er hier von der Indienststellung an das Spezialschiff „Kugelbake“, das vorallem Transporte für Airbus besorgt. Mit Flügeln für Windkraftanlagen steuerte der Transporter aber auch schon Rostock an. Die Besonderheiten des Reviers lernten sie alle drei aber erst während der Aspirantenzeit unter den Fittichen erfahrener Lotsen und im Simulationszentrum speziell unter Anleitung von Andreas Krüger näher kennen, berichtet der Ältermann. In den nächsten Jahren stehe damit der Personalkader, werde es voraussichtlich keine weitere Neueinstellung mehr geben, erklärt Subklew. Der Altersdurchschnitt sank von rund 50 auf knapp 48, mit nahezu 62Jahren ist er nun einer der Ältesten, 2018 läuft seine Amtszeit aus. Zwischen 2018 und 2027 geht die Hälfte der 960 See- und Hafenlotsen in Rente, weiß er aus seiner Tätigkeit als Vizepräsident der Bundeslotsenkammer. Während hierzulande rechtzeitig die Verjüngung eingeleitet wurde, beklagen vor allem die Brüderschaften auf Elbe und Nord- Ostsee Kanal große Nachwuchssorgen. Da insgesamt wegen der Lage der Seefahrt auch die Ausbildung deutscher Seeleute unsicher und damit die Grundlage für den Lotsennachwuchs geschmälert wird, steuert die Kammer eine spezielle Ausbildung für Seelotsenan, um die notwendigen Kapazitäten zu sichern. Entsprechende Vorschläge wurden dem Bund unterbreitet. Sie sehen nach dem Bachelor-Abschluss bei entsprechender Eignung revierübergreifende und revierspezifische Basisausbildungen vor, denen sich dann nach erfolgter Prüfung die Seelotsenanwärterausbildung anschließt. In nur zehn Jahren könnte so, ohne hier ins Detail zu gehen, der zukünftige Weg zum gestandenen Berater des Kapitäns führen, der dann ohne Einschränkungen alle Aufgaben der gefragten Dienstleistungen übernehmen kann. Beim jüngst durchgeführten Lotsenabend im Rostocker Silo IV mit den Veteranen des heimischen Lotsenwesens und Vertretern maritimer Einrichtungen war davon ebenso die Rede wie von Meilensteinen in der Entwicklung der Brüderschaftin den 25 Jahren ihres Bestehens. Reiner Frank
Verstärkung der Brüderschaft: v. l. Torsten Kowitz, Arne Bergholz und Andreas Holtz FOTOS: RFRA
Spendenübergabe
04.05.2016

Der Ältermann Christian Subklew überreicht eine Spende der Lotsenbrüderschaft zur Förderung der Kinder- und  Seglerjugend des Reriker Segelvereins.
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